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Teehaus – Tempel der Pomona

Der chinesische Pavillon in der Fantasie

Im Jahre 1772 veranlasste Landgräfin Caroline von Hessen-Homburg, Gemahlin Landgraf Friedrich V., die Umgestaltung eines Teils des Schlossparks im anglochinoisen Stil und nannte ihn Fantasie. Er lag in unmittelbarer Nachbarschaft des Herrschaftlichen Obstgartens und besaß als erhöht liegenden Mittelpunkt ein kleines Teehaus in der Gestalt eines „chinesischen“ Pavillons. Trotz mehrfacher Instandsetzungen in landgräflicher und kaiserlicher Zeit ist das Teehaus in verstümmelter Form auf uns gekommen.

Mit einer Rekonstruktion der verloren gegangenen Teile sollte das Teehaus sein ursprüngliches Aussehen zurück erhalten und so wieder zu einem ansehnlicheren Mittelpunkt der Fantasie werden. Da die beiden, etwa gleichzeitig im „Kleinen Tannenwald“ errichteten chinoisen Häuser im Rahmen des laufenden Parkpflegewerkes nicht wieder hergestellt werden, bleibt das Teehaus in der Fantasie das einzige bauliche Dokument des anglo-chinoisen Stils in der „Landgräflichen Gartenlanschaft“.

Im Sommer 2020 wurde die Instandsetzung des Teehauses abgeschlossen. Es sieht nun wieder so aus, wie in den ältesten erhaltenen Ansichten der 1870er-Jahre überliefert. Die bisherige offene Konstruktion aus dem Jahre 1952 erhielt gemäß dem historischen Vorbild Wände, Eingangstür und Fenster. Das marode Dach wurde komplett neu aufgerichtet. Landgraf Friedrich der V. nannte das Teehaus nach der römischen Göttin der Baumfrüchte „Tempel der Pomona“. Der Name war ein Hinweis auf die unmittelbare Nähe zum herrschaftlichen Obstgarten. Seit der Wiederherstellung in 2020 trägt es nun wieder diesen Namen.

Zeichnungen vom 18. Mai 1846:

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