Schlosskirche

Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg (1633 bis 1708) ließ aus Gründen der Regularität für den Entwurf der neuen, barocken Schlossanlage die im Wege stehende, spätmittelalterliche Stadtkirche abreißen. In der darauffolgenden Auseinandersetzung mit der betroffenen Bürgerschaft verpflichtete er sich einen Ersatzbau in einem Flügel des neuen Schlosses, östlich des Uhrturms, unter Einbindung der kryptenartigen, landgräflichen Grablege des Vorgängerbaus, unterzubringen.

Schlosskirche Am 25. Juli 1697 wurde der flachtonnengewölbte Saalbau mit dem risalitartig vorspringenden Chorgeviert eingeweiht. 1758/59 fanden erste, umfangreichere Instandsetzungen und wohl auch der Einbau der zweigeschossigen Logen im Chorraum statt.

Im Jahre 1908 übernahm die benachbarte, gerade fertiggestellte Erlöserkirche von der Schlosskirche die Funktion der evangelisch-lutherischen Stadtkirche. Die Schlosskirche wurde entwidmet und auf Anregung der Kaiserin Friedrich zu einer Gruftkirche umgewandelt. Nach dem 1. Weltkrieg geriet die ungenutzte Schlosskirche nach und nach in Vergessenheit und verkam trotz gelegentlicher Nutzung als Konzert- und Ausstellungsraum in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Erst die Initiative des Kuratoriums zur Erneuerung der Bad Homburger Schlosskirche führte in den Jahren 1986 bis 1989 zur Wiederherstellung der Schlosskirche unter Einbindung der wenigen erhaltenen Ausstattungsstücke aus unterschiedlichen Zeiten, darunter der Zyklus der Emporenbilder, das großformatige Altarbild von Karl Begas (1794 bis 1854) und das Orgelgehäuse von Johann Conrad Bürgy (1721 bis 1792).

Das gesamte, verlustig gegangene Orgelwerk wurde dabei, nach den vorhandenen und präzisen Angaben Bürgys, denkmalgerecht rekonstruiert.

Seit 1989 hat sich die Schlosskirche, überwiegend unter der Ägide des Kuratoriums Bad Homburger Schloss, zu einem der beliebtesten Veranstaltungsräume im Rhein-Maingebiet entwickelt.

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